AG Handel
1993, kurz nach der Gründung des Forum Umwelt & Entwicklung, lud das Bundesministerium für Wirtschaft deutsche NRO zu einer Diskussionsrunde ein über die Themen von GATT und der Uruguay-Runde und die OECD Debatten über Handel und Entwicklung. Im Vorfeld dieses Treffens, entschloss sich die Gruppe der NRO, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die in Handelsfragen als ständige Kontaktstelle für die Regierung dient, und diese an das Forum Umwelt & Entwicklung anzugliedern. Zur Zeit werden die Aktivitäten der AG Handel von rund 15 aktiven Mitgliedern, sowie von 30 passiven Mitgliedern gestaltet und getragen.
Bis 1995 konzentrierte sich die Arbeit der AG auf die Verhandlungen der Uruguay-Runde und die Debatte über Handel und Entwicklung innerhalb der OECD. Die AG verfolgte und begleitete kritisch die GATT Verhandlungen unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Probleme der am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries - LLDC) und Fragen der Nachhaltigkeit. Die Aktivitäten beinhalteten auch Lobby-Arbeit und intensive Pressearbeit. Eines der Hauptziele war dabei, die Präambel der sich gründenden Welthandelsorganisation (World Trade Organization - WTO) dahingehend zu formulieren, dass das Prinzip der Nachhaltigkeit aufgenommen wird - was erfolgreich geglückt ist.
Die Arbeitsschwerpunkte
Die Aktivitäten der AG Handel umfassen bislang:
Die politische Nachbereitung der Ergebnisse einer von der AG Handel in Auftrag gegebenen Studie über Handel und Entwicklung: Die AG hat grundlegende Leitlinien entwickelt, die die Umsetzung nötiger Maßnahmen zum Schutz der Umwelt bei gleichzeitiger Vermeidung einer protektionistischen Politik ermöglichen. Mit diesen Leitlinien hat die AG ihre Anliegen der deutschen Regierung im Hinblick auf die WTO-Konferenzen in Singapur (1996) und Genf (1998) eingebracht.
Die Erstellung eines Positionspapiers zu UNCTAD IX in Südafrika im April 1996: Dieses Papier wurde mit der Absicht geschrieben, eine Diskussion über die Rolle, Funktion und Bedeutung der UNCTAD neu zu entfachen.
Eine Analyse über die Verbindungen zwischen dem GATT-Abkommen über die handelsbezogenen Rechte auf geistiges Eigentum (Trade-related Intelectual Property Rights - TRIPS) und pflanzengenetische Ressourcen für die 4. Internationale FAO Konferenz über pflanzengenetische Ressourcen in Leipzig im Juni 1996.
Ein umfassender Dialog mit dem Bundesministerium für Wirtschaft mit den Schwerpunkten Handel und Umwelt, Handel und Entwicklung sowie Transparenz und Demokratie innerhalb der WTO und die Rolle der Bundesregierung.
NRO-Netzwerke und Kampagnen zu Handelsfragen sind in Deutschland noch recht schwach ausgebildet angesichts der großen Bedeutung, die der Handel für die deutsche Wirtschaft hat. Durch die AG Handel ist es zweifelsohne geglückt, ein Forum für den Ideen- und Informationsaustausch einzurichten und Kontinuität in die handelspolitische Arbeit vernetzter deutscher NRO zu bringen.
Das Verhandlungspaket der WTO zu Handelsfragen ist sehr breit gefächert. Um die zukünftigen Arbeitsschwerpunkte aus diesem Spektrum herauszufiltern, hat die AG im Herbst 1998 ein Strategietreffen organisiert. Hier wurde beschlossen, dass sich die weitere Arbeit der Gruppe auf Fragen wie Agrarhandel und Umwelt, auf Transparenz und Demokratie innerhalb der WTO und auf Entwicklungsfragen konzentrieren soll. Zu diesen Schwerpunkten gibt es entsprechende Positionspapiere (s.u.).
Besonders aktiv war die AG rund um die gescheiterte 3. WTO-Ministerkonferenz in Seattle, wo sie mit 13 Teilnehmern vertreten war (vgl. zahlreiche Pressemitteilungen, s.u.). Im Vorfeld hatten einige Mitglieder der AG einen umfassenden Kommentar verfasst, der den Verhandlungsvorschlag der EU für Seattle kritisch bewertete.
In jüngster Zeit hat sich die Arbeit der AG auch auf den Bereich "Handel mit Dienstleistungen" (GATS) ausgedehnt. In diesem Rahmen fand im Mai 2001 eine von der AG organisierte internationale Konferenz in Bonn zu Dienstleistungshandel statt.
Position: Kein Investitionsabkommen in der WTO
Hintergründe zur WTO-Ministerkonferenz in Cancún
Forum Umwelt & Entwicklung macht mobil gegen den Hunger
Kommentar zum Entwurf der WTO-Ministererklärung
Positionspapiere
Auf Sand gebaut - Wie Freihandel die Teersand-Extraktion vor der Umwelt schützt
Berlin, 3. August 2011 Eine neue Kurzanalyse von PowerShift e.V. (Autor: Chris Methmann) und dem Forum Umwelt & Entwicklung mit dem Titel ‘Auf Sand gebaut – Wie Freihandel die Teersand-Extraktion vor der Umwelt schützt’...[mehr]
Analyse: Vorschlag der europäischen Kommission zur Gestaltung der europäischen Agrarpolitik nach 2013 aus umwelt- und handelspolitischer Sicht
Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) steht vor einem weiteren Reformschritt. Die Europäische Kommission hat im November 2010 eine Kommunikation zur Gestaltung dieses stark vergemeinschafteten Politikbereichs...[mehr]
Geschäftsinteressen vor Menschenrechte. Das EU-Freihandelsabkommen mit Kolumbien
Am 19. Mai 2010 wurde das Freihandelsabkommen zwischen Peru, Kolumbien und der Europäischen Union (EU) auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel in Madrid unterzeichnet. Damit es in Kraft treten ...[mehr]
Hin zu einem alternativen Handelsmandat für die EU - Eine Einladung zur Beteiligung
Warum dieses Dokument? - Einige HintergrundinformationenAls Reaktion auf die Herausforderung, vor die uns die aktuellen globalen Krisen ungekannten Ausmaßes stellen, haben sich verschiedene Handelsaktivist/innen aus Europa im...[mehr]
Glaubwürdigkeit der Mächtigen auf dem Prüfstand: Konkret für Umwelt und Entwicklung handeln! - Positionspapier deutscher Nichtregierungsorganisationen zum G8-Gipfel in Heiligendamm 6. – 8. Juni 2007
Die G8-Gipfel stehen in der Kritik, mit ihren Beschlüssen keinen Beitrag zur Lösung der zentralen Probleme der Erde zu leisten, sondern sie im schlimmsten Fall noch zu verschärfen. Beim nächsten G8-Gipfel unter deutschem Vorsitz...[mehr]
Publikationen
Transport, Trade and Climate Change: Carbon Footprints, Fuel Subsidies and Market-based Measures
Working Paper Herausgegeben von ICTSD International Centre for Trade and Sustainable Development und dem Forum Umwelt und Entwicklung, 2011. Download der PDF[mehr]
Trade Preferences for Environmentally Friendly Goods and Services
Working Paper Herausgegeben vom ICTSD International Centre for Trade and Sustainable Development und dem Forum Umwelt und Entwicklung, 2012. Download der PDF[mehr]
Saumagen und Regenwald
Klima- und Umweltwirkungen Deutscher Agrarrohstoffimporte am Beispiel Sojaschrot: Ansatzpunkte für eine zukunftsfähige Gestaltung Jetzt kostenlos zum Download erhältlich und gedruckt zu bestellen. Von Tobias Reichert und Marion...[mehr]
Oben hui, unten pfui? – Rohstoffe für die ‘grüne’ Wirtschaft
Jetzt kostenlos zum Download erhältlich und gedruckt zu bestellen: Die Broschüre "Oben hui, unten pfui? Rohstoffe für die 'grüne' Wirtschaft. Bedarfe – Probleme – Handlungsoptionen für Wirtschaft, Politik & ...[mehr]
Aus der Krise nichts gelernt? - Liberalisierung von Finanzdienstleistungen in neuen EU-Handelsabkommen
Arbeitspapier des Forums Umwelt & Entwicklung und WEED Das vorliegende Arbeitspapier legt einen grundlegenden Widerspruch offen: Einerseits sind sich Experten und Staatschefs einig, dass es einer Re-Regulierung der...[mehr]
Pressemitteilungen
Bundesgesundheitsministerium an der Seite der Biopiraten? Minister Rösler muss sich im Streit um Pathogene bewegen
(Pressemitteilung als pdf-Datei zum download) (Berlin, 16.11.2009) Das Bundesgesundheitsministerium blockiert den globalen Verhandlungsprozess gegen Biopiraterie. Das Ministerium von Philip Rösler will pathogene, also...[mehr]
Scheitern der WTO-Verhandlungen aus entwicklungspolitischer Sicht keine Katastrophe
Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen!-------------------------------------------------------------- Pressemitteilung! Scheitern der WTO-Verhandlungen aus entwicklungspolitischer Sicht keine Katastrophe Berlin, 30.7....[mehr]
NRO und G8-Sherpas diskutieren vor G8-Gipfel in Heiligendamm: G8-Glaubwürdigkeit auf dem Prüfstand: NRO fordern konkrete Schritte für Klimaschutz und Entwicklung
Bonn, 27. April 2007 - Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NRO) und die persönlichen Beauftragten der Staats- und Regierungschefs für den G8-Gipfel, die so genannten "G8-Sherpas", sind am 25. und 26. April in Bonn zu...[mehr]
Umwelt- und Entwicklungsorganisationen fordern stärkere Anstrengungen zum Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt und eine Neugestaltung der Nord-Süd-Beziehungen
Berlin, 15. März 2007 Pressemitteilung Forum Umwelt & Entwicklung zum G8+5-Umweltministertreffen, Potsdam 15.-17.3.2007 Internationales/Umwelt & Entwicklung/ G8-Umweltministertreffen in Potsdam Berlin: Anlässlich des heute in...[mehr]
Das akzeptieren wir nicht! - Nichtregierungsorganisationen legen Einspruch gegen WTO-Urteil im Gentechnikstreitfall ein
Bonn, 28.11.2006 Die Nichtregierungsorganisationen des Forums Umwelt und Entwicklung haben heute Einspruch gegen das Urteil der Welthandelsorganisation (WTO) im Gentechnikstreitfall eingelegt. In einem Brief, den sie an den...[mehr]
Termine
Kooperation statt Konkurrenz
Konferenz - 25. bis 27. November 2011 - Stuttgart Politik im Interesse großer Konzerne [mehr]
Kontakt
In der AG aktiv
Zahlreiche Europäische Organisationen rufen derzeit zu einer Reform der EU-Investitionspolitik auf. Einzelpersonen, die dieses Anliegen unterstützen möchten, können nun eine Online-Petition an die Mitglieder des Europäischen Parlaments unterzeichnen. Es geht ganz einfach: Bitte im Formular unten Name und Email-Adresse eintragen, auf ‘Unterzeichnen’ klicken und einmal per Mausklick den Verifizierungslink bestätigen, der automatisch zugesandt wird!
Und darum geht’s: Die Europäische Union plant neue Investitionsverträge mit Kanada, Indien, China, Russland, Singapur und anderen Ländern. Auf Druck von Wirtschaftslobbies und Anwaltsfirmen geht es dabei vor allem um starken “Investorenschutz“. Dieser “Schutz” besteht u.a. darin, dass Transnationale Konzerne das Recht erhalten, in intransparenten internationalen Schiedsgerichten gegen staatliche Regulierungsmaßnahmen jedweder Art vorzugehen. Weitere Informationen zu diesen so genannten ‘Investor-to-State’-Klagemöglichkeiten finden sich in diesem Briefing.






