FAQ

Was ist die Post-2015-Agenda?

 


Was sind die MDGs?

 


Was sind die SDGs?

Die Schaffung der Opens external link in new windowZiele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs sustainable development goals) wurde auf dem 2012 in Rio de Janeiro veranstalteten Rio+20-Gipfel beschlossen. In der Abschlusserklärung des Gipfels mit dem Titel Opens external link in new windowThe Future We Want heißt es: 

"We recognize that the development of goals could also be useful for pursuing focused and coherent action on sustainable development. We further recognize the importance and utility of a set of sustainable development goals, based on Agenda 21 and the Johannesburg Plan of Implementation, which fully respect all the Rio Principles, taking into account different national circumstances, capacities and priorities, are consistent with international law, build upon commitments already made, and contribute to the full implementation of the outcomes of all major summits in the economic, social and environmental fields, including the present outcome document. The goals should address and incorporate in a balanced way all three dimensions of sustainable development and their interlinkages. They should be coherent with and integrated into the United Nations development agenda beyond 2015, thus contributing to the achievement of sustainable development and serving as a driver for implementation and mainstreaming of sustainable development in the United Nations system as a whole."

Die SDGs sollen für alle Staaten weltweit gelten, im Gegensatz zu den MDGs, welche nur die Entwicklungsländer betreffen. Sie sollen sich auf die Kernbereiche von nachhaltiger Entwicklung konzentrieren und unterschiedliche nationale Kontexte, Kapazitäten sowie Prioritäten berücksichtigen. 

Hauptsächlich werden die SDGs bis Ende Februar 2014 in der zwischenstaatlichen Opens external link in new windowOpen Working Group on Sustainable Development (OWG) diskutiert.


Was ist Rio+20?

Der vom 20. bis 22. Juni 2012 von der United Nations Conference on Sustainable Development durchgeführte Rio-Nachfolgegipfel, oder auch Rio+20 genannt, hat nach Rio 1992, New York 1997 und Johannesburg 2002 zum vierten Mal Staats- und Regierungschefs zu einem Nachhaltigkeitsgipfel versammeln. Seit Rio 1992 gehören Umwelt und Entwicklung zusammen und wurden nicht mehr als Gegensatzpaare begriffen. Mit der Agenda 21 für das kommende Jahrhundert  wollte man eine nachhaltige Entwicklung auch zum Wohl der zukünftigen Generationen sichern. Trotz einiger Teilfortschritte ist die Agenda 21 in weiten Teilen ein unerfülltes Versprechen geblieben und nachhaltige Entwicklung wird kaum praktiziert und hat jeglichen Schwung verloren.

Die zentralen Themen von Rio+20 waren:

  • Eine Green Economy im Kontext von Armutsbekämpfung und nachhaltiger Entwicklung.
  • Ein institutioneller Rahmen für Nachhaltige Entwicklung.

Die Ergebnisse von Rio+20 werden unterschiedlich beurteilt. Vor allem wirtschaftsstarke Industrieländer verweisen deutlich auf die einstimmig verabschiedete Abschlusserklärung, in der sie sich zu nachhaltigem Wirtschaften und dem Modell der Green Economy bekennen und gemeinsame Ziele formuliert und bekräftigt wurden. Diese Ziele betreffen konkret den Kampf gegen Armut, Hunger, den Klimawandel und Bodenerosion und, darüber hinaus die Millenniumsziele für das Jahr 2015 und die Ergebnisse früherer Umweltgipfel. Auf der anderen Seite stehen die Vertreter der Zivilgesellschaft und der Nichtregierungsorganisationen, die die gesamten Verhandlungen für gescheitert erklären, da in der Abschlusserklärung keinerlei verbindliche Abmachungen für die Umsetzung der erklärten Ziele enthalten sind, was den Staatsmächten einen großen Freiraum in der Umsetzung lässt.

Das nach Einschätzung der Verbände bedeutendste Ergebnis des Erdgipfels ist der Beschluss globale Nachhaltigkeitsziele ( Sustainable Development Goals, SDGs) aufzustellen. Diese Ziele sollen nun hauptsächlich die Herausforderungen der Armutsbekämpfung, des Umweltschutzes und nachhaltigen Konsums sowie nachhaltiger Produktion betreffen. Darüber hinaus dienen die SDGs dazu, die Lücken der Millenniumziele ( Millennium Development Goals, MDGs), die bis 2015 erreicht sein sollen, zu schließen und die Grundlage für die vielzitierte Green Economy zu schaffen. Die genauen Inhalte der SDGs sollen in einem Nachfolgeprozessdefiniert mit dem bereits laufenden MDG-Prozess verknüpft werden.

Parallel zum Treffen der Regierungschefs fand der Opens external link in new windowPeople’s Summit statt, ein Gegengipfel von Entwicklungsorganisationen, Umweltschützern, Globalisierungskritikern und Ureinwohnern, auf dem zivilgesellschaftliche Verhandlungen durchgeführt wurden.

Initiates file downloadPositionspapier Rio+20

Initiates file downloadDownload Rundbriefausgabe zu Rio+20


Vorherige Gipfel

Rio+10: Der Weltgipfel 2002 in Johannesburg

Zwischen 1998 und 2000 wurde hart daran gearbeitet ein entsprechendes Momentum für einen weiteren Weltgipfel im Jahr 2002, also 10 Jahre nach Rio schaffen. Südafrika wurde Gastgeber des Rio+10 Gipfels.

Bereits 2001, kurz vor der ersten Sitzung der Kommission für Nachhhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development, CSD), fanden die ersten vorbereitenden Treffen zum Gipfel statt und die Stimmung war optimistisch. Man glaubte daran, dass dem Prozess neuer Schwung verliehen werden könnte. Insgesamt wurden aber weit weniger Fortschritte erzielt als dem Zustand der Erde erforderlich gewesen wäre und von den NGOs gefordert wurden.

Der Gipfel konnte aber immerhin neue Verpflichtungen in der sanitären Grundversorgung verabschieden und unterstrich die Wichtigkeit, dass nachhaltige Entwicklung als vernetze Agenda gesehen werden muss. Viele Länder nahmen den Gipfel zum Anlass die Umweltkonventionen, die auf dem Rio Gipfel 1992 beschlossen worden waren, zu ratifizieren, so dass das internationale Umweltregelwerk gestärkt werden konnte. So konnten das Kyoto-Protokoll und das Biosafey-Protokoll ratifiziert werden und in Kraft treten. Außerdem verständigte man sich auf verstärkte Partnerschaften des Typs II (also Private-Public Partnerships) für nachhaltige Entwicklung. Als überraschendes Thema und Teilerfolg wurde die globale Unternehmensverantwortung, die im Abschlussdokument festgehalten wurde, gefeiert.  Somit wurde zumindest der Fuß in die Tür gestellt, um sich für global verbindliche soziale und ökologische Regeln zur Unternehmensverantwortung einsetzen zu können.

Das offizielle Dokument und Ergebnis des Gipfels war der Johannesburger Plan of Implementation.

Ergebnisse und Bewertungen des Weltgipfels 2002:

Vorbereitung auf den Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002:

Bilanzbroschüren - 10 Jahre nach Rio (Kurzfassungen und pdf-Dateien)

  • Brennpunkt Wälder - Bilanz 10 Jahre nach der Rio-Konferenz zum Zustand globaler Waldressourcen und zum Stand der internationalen und nationalen Waldpolitik - (pdf-Datei)
  • Nachhaltigkeit Lokal - Lokale Agenda 21 in Deutschland, Eine Zwischenbilanz 10 Jahre nach Rio - (pdf-Datei)
  • Zehn Jahre Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland aus der Sicht umwelt-und entwicklungspolitischer Organisationen - (pdf-Datei)
  • Zwischen Schutz und Nutzung - Zehn Jahre Konvention über biologische Vielfalt - (pdf-Datei)
  • Wasser für Umwelt & Entwicklung - Eine Bilanz 10 Jahre nach der Rio-Konferenz - (pdf-Datei)
  • Eine bewohnbare Erde für alle - Vision und Wirklichkeit der nachhaltigen Siedlungsentwicklung - (pdf-Datei)
  • Gesamtbilanz - Umwelt, Entwicklung und Globalisierung - Eine Bilanz 10 Jahre nach Rio - (pdf-Datei)
  • Paradepferd mit bleiernen Füßen - Internationaler Klimaschutz und die Umsetzung in Deutschland - (pdf-Datei)
  • Globale Handelspolitik - Motor oder Bremse nachhaltiger Entwicklung? - (pdf-Datei)
  • Die Welt auf dem Prüfstand - Nachhaltigkeitsindikatoren im Rio-Follow-up - (pdf-Datei)
  • Soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit aus Geschlechterperspektive - 14 Punkte zum Anpacken/
    Social, economic and environmental sustainability from a gender perspective - (dt. pdf-Version, engl pdf-Version)
  • Zehn Jahre nach Rio - (Rundbrief III/2001)

Positionspapiere

Rio+5, 1997 New York

Fünf Jahre nach der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro wurde in einer ersten Zwischenbilanz auf einer Sondertagung der UN-Generalversammlung im Juni 1997 mit Staats- und Regierungschefs die Umsetzung des Aktionsprogramms, die Agenda 21, erörtert. Dabei wurden einige Lücken identifiziert, die es zu schließen galt. Insbesondere im Bereich der sozialen Gerechtigkeit und Armut weist die Agenda 21 Lücken auf. Vor demging der Aufruf aus, die entsprechenden Konventionen zu ratifizieren und verstärkt an der Umsetzung zu arbeiten.

Rückblickend kritisieren die NGOs: Fünf Jahre nach Rio sind die Handlungsempfehlungen der Agenda 21 sind vielfach ungehörte Appelle an den politischen Willen der Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft geblieben.

Im Rio-Folgeprozess hat sich bestätigt, dass eine Änderung umweltschädlicher und unsozialer Produktionsweisen und Konsumverhalten nicht allein durch freiwillige Verhaltensänderungen von Unternehmen und Verbrauchern erreicht werden kann. Dies gilt vor allem, solange verfehlte ordnungspolitische Rahmenbedingungen keine Impulse für umwelt- und ressourcenschonende Produktion und Lebensweise geben

Rio-Gipfel 1992

Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung UNCED – oft auch als Weltgipfel betitelt fand vom 3.-14. Juni 1992 in Rio de Janeiro statt. Zwanzig Jahre nach der Konferenz der UN über die Umwelt des Menschen in Stockholm (1972) wurde auf dem Rio Gipfel der zum ersten Mal Umwelt und Entwicklungsgängen zusammenhängend diskutierte anstatt die beiden gegeneinander auszuspielen. Rio galt somit als Meilenstein für die Integration von Umwelt- und Entwicklungsbestrebungen und brachte wichtige Ergebnisse zustande. Neben der  Agenda 21, der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung, der Klimarahmenkonvention und den "Forest Principles" wurde auch die Biodiversitäts-Konvention verabschiedet.

Im Nachfolgeprozess der Rio-Konferenz wurde die Kommission für Nachhaltige Entwicklung (Commisson on Sustainable Development, CSD) gegründet, die den Umsetzungsprozess der Konferenzergebnisse überwacht und die Implementierung der Agenda 21 vorantreiben soll.


Was ist die CSD?

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro wurde eine hochrangige Opens external link in new windowKommission für nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development, CSD) ins Leben gerufen, die einen wirksamen Folgeprozess der Konferenz gewährleisten sollte. Seit 1993 tagte die CSD einmal jährlich für zwei Wochen im UNO-Hauptquartier in New York und ihre wichtigste Aufgabe war die nationale und internationale Umsetzung der Rio-Beschlüsse, insbesondere des umwelt- und entwicklungspolitischen Aktionsprogramms Agenda 21, zu überwachen. Die Beteiligungsmöglichkeiten der NRO waren dabei verhältnismäßig weitreichend, da die CSD u.a. auf der Grundlage ihrer Berichte Empfehlungen für den weiteren Prozess ausspracht. Im September 2013 tagte die CSD Opens external link in new windowdas letzte Mal, viele ihre Aufgaben gehen in das 2012 auf dem Rio+20-Gipfel gegründete Opens external link in new windowHigh Level Political Forum über. Dieses traf sich im September 2013 das erste Mal.

Seit ihrer Gründung hatte sich neben der zweiwöchigen Tagung ein umfassendes Netz von vor- und nachbereitenden Treffen und Konferenzen entwickelt und die wichtigsten zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sogenannten Major Groups, an der Arbeit der Kommission beteiligt. In diesem Kontext haben sich Dialog- und Kooperationsformen zwischen Regierungen und NGO entwickelt, die letztlich sogar die informellen Sitzungen, in denen die eigentlichen Verhandlungen geführt wurden, für die NGO geöffnet haben. Die CSD hatte in dieser Hinsicht eine wichtige Vorbildfunktion für das gesamte UN-System.

Formal war die CSD eine der neun Fachkommissionen des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOSOC), ähnlich der Menschenrechts-kommission. Dieser untersteht wiederum der Generalversammlung und hat kaum eigene Entscheidungskompetenzen. Dies wirkte sich auch die Arbeit der CSD aus: Sie konnte keine völkerrechtlich verbindlichen Entscheidungen fällen oder Konventionen verabschieden. Da sie zudem auf die Informationen angewiesen war, die sie von den Regierungen im Rahmen ihrer nationalen Berichte erhielt - und die zuweilen schönfärberisch und selektiv sind - konnte sie letztlich auch ihre eigentliche Aufgabe, die Überwachung der Umsetzung der Rio-Beschlüsse, nur eingeschränkt wahrnehmen. Schließlich wurden aber die nationalen Berichte der Regierungen durch die "alternativen" Berichte der NRO ergänzt.


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