Holz
Der Bedarf an Holz für die energetische und stoffliche Verwendung wächst rasant. Energieholz ist so begehrt wie schon lange nicht mehr. Noch nie wurde auf der Erde so viel davon verbrannt wie heute. Für viele Menschen vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern ist Brennholz der einzige verfügbare und bezahlbare Energieträger. Sein Verbrauch steigt aber vor allem in Industrieländern, denn Holz ist ein vergleichsweise günstiger Brennstoff und durch seine Verbrennung in Heizungen und Kraftwerken lassen sich fossile Energieträger einsparen. Die wichtigste Verwendungsform ist noch das traditionelle Scheitholz, das in Öfen und Kaminen verfeuert wird. Modernere Anlagen verwenden Hackschnitzel oder Holzpellets, mit denen sich auch Blockheizkraftwerke automatisch beschicken lassen und die inzwischen auch in Kohlekraftwerken zur Mitverbrennung eingesetzt werden. Weitere energetische Holzverwemdungen sind Holzgaskraftwerke und die Erzeugung von Kraftstoffen der 2. Generation (Biomass-to.liquid, BtL).
Auch für die stoffliche Holznutzung werden immer mehr Holzmengen benötigt. Gefragt sind vor allem Massivholz als Baustoff (u.a. Holzhäuser, Möbel, Parkett), Holzwerkstoffe (z.B. Spanplatten) und Papier (Zellstoff, Holzschliff), wobei die Zellstoffproduktion nur zur Hälfte eine stoffliche Nutzung ist, die andere Hälfte des eingesetzten Holzes wird energetisch genutzt. Einzelne Bestandteile des Holzes wie Lignin können inzwischen auch zur Herstellung von Polymeren verwendet werden. Die Produktion von Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen nimmt ebenfalls zu.
Kontrovers diskutiert wird vor allem die Verbrennung von Holz, denn die verstärkte energetische Holznutzung schafft auch Probleme. Zum einen ist Holz schon heute mancherorts knapp, zumal der erneuerbare Rohstoff nicht in unbegrenzter Menge nachwächst. Raubbau an Wäldern ist in vielen Regionen an der Tagesordnung und große Holzmengen stammen aus der Rodung von Wald für den Anbau von Agrarprodukten. Besonders kritisch werden Holzimporte und der Einsatz großer Holzmengen in Kohlekraftwerken gesehen. Auch in unseren heimischen Wäldern kann eine zu intensive Holzentnahme zur Verarmung der Waldböden und Bedrohung der biologischen Vielfalt führen. Außerdem ist der Rohstoff Holz auch für viele andere Zwecke begehrt und ersetzt in vielen Fällen Baustoffe (z.B. Beton, Stahl. Aluminium, Kunststoffe), für deren Herstellung ein Vielfaches der Energie benötigt würde.
Nachhaltigkeitskriterien für feste Biomasse?
Ob das Heizen mit Holz gut oder schlecht fürs Klima ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Den Vorteilen gegenüber Kohle und Heizöl stehen Nachteile gegenüber der stofflichen Nutzung gegenüber. Nur dort, wo Holzverbrennung weder mit der stofflichen Nutzung konkurriert, noch zur Degradierung von Wäldern und Forsten führt, lassen sich durch den Ersatz fossiler Energieträger Treibhausgasemissionen verringern.
Auch darum wird in Europa darüber diskutiert, Nachhaltigkeitskriterien für die energetische Verwendung fester Biomasse einzuführen. Mit den Gesetzen zu Biokraftstoffquoten und Erneuerbaren Energien (EEG) hat der Gesetzgeber die Möglichkeit, Vorschriften über die Qualität und Herstellungsweise von Bioenergieträgern zu erlassen. Die Nachhaltigkeitskriterien auf europäischer und deutscher Ebene beschränken sich bisher nur auf flüssige Biomasse wie zum Beispiel Palmöl, Ethanol oder Biodiesel aus Rapsöl. Bei festen Biomasserohstoffen sind solche Kriterien noch nicht vorgeschrieben, obwohl diese in viel größeren Mengen zur Energieerzeugung beitragen als Biokraftstoffe.
Sicher ist nur, dass die Energiewende nicht dadurch zu erreichen ist, dass man Heizöl und Kohle einfach durch Holz ersetzt, denn so viel Holz können unsere Wälder nicht liefern. Auch der Holzimport kann zu ökologischen und sozialen Problemen in den Herkunftsländern führen. Auch andere Länder werden diesen Rohstoff verstärkt nutzen, sei es für stoffliche oder energetische Einsatzbereiche. Die dabei erwünschten klimapolitischen Vorteile durch Ersatz energieintensiver Baustoffe oder fossiler Energieträger bestehen ja nicht nur in Deutschland und die örtliche und regionale Verwendung spart Transportkosten. Es gibt also genug Gründe dafür, sparsam mit Energieholz umzugehen.







